Wissenschaftsjahr 2022 Online-Konsultation
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1.5: Wie und was können wir (wirklich) wissen?

11.06.2022 17:49 1. Kultur | Wissen | Bildung Autor*innen und Mitwirkende

Warum bleiben bei zunehmendem Wissen immer mehr Fragen der Wissenschaft unbeantwortet? Welche Bedeutung hat Wissen und welche Orientierung bietet es? Können wir jemals alles wissen? Und wie sicher ist unser Wissen?

Die Menge des verfügbaren Wissens wächst immer weiter an. Gleichzeitig entstehen aber auch immer neue Fragen und Uneindeutigkeiten. Was können wir wirklich wissen? Und was wissen wir nicht? Was macht uns Angst und Sorge, weil es uns unbekannt bleibt und nicht befriedigend erklärt werden kann – wie der Sinn des Lebens, der Tod und der Wille oder das Bewusstsein? Es ist zu vermuten, dass die unbeantworteten Fragen unseres Lebens zunehmen. Denn je komplexer das Weltgeschehen und die Problemlagen wahrgenommen werden, desto dringlicher stellen sich auch Fragen, die unsere grundsätzliche Lebensweise betreffen:  was ist die Normalität, wozu dient Langeweile, was genau soll Erfolg sein und was macht ein richtiges und gutes Leben aus? Das Bedürfnis nach Orientierung kennt keine Grenzen und spannt sich von der Frage nach der Existenz Gottes, nach der Messbarkeit von Glück und ob wir überhaupt jemals alles wissen können? In der öffentlichen Debatte kursieren viele vermeintlich einfache Antworten auf so große Fragen. Angesichts eines wachsenden Bedürfnisses nach Orientierung, müssen Fragen nach der grundsätzlichen Bedeutung von Wissen und Erkenntnis ein ebenso grundsätzliches Nachdenken und Sprechen darüber auslösen, wie wir wissen (können) und wer dieses „wir“ überhaupt ist.

 


Bei der Größe und Komplexität der hier angesprochenen Fragen müssen unterschiedliche Disziplinen zusammenarbeiten. Gefordert ist ein wissenschaftliches Programm, das über den Tellerrand hinausschaut und dafür die Räume und Möglichkeiten bekommt. Im Mittelpunkt steht der Wunsch, Grenzen zwischen Glauben und Wissen zu erkennen und Hilfestellungen an die Hand zu bekommen, um so etwas wie Normalität und eine für alle (oder zumindest möglichst viele) Menschen gültige Wirklichkeit zu bestimmen und zu beschreiben. Dahinter verbirgt sich auch der Wunsch, die Bedeutung und das Wesen des Menschseins, seiner Gefühle und Gedanken zu erforschen. Wenn „der Mensch“ offenbar so fehlerhaft ist, dass er Probleme globalen Ausmaßes generiert, muss dann nicht gefragt werden, welche Bedeutung seine Existenz individuell wie auch global und im Verhältnis zu anderen Lebensformen hat? Was also macht das Menschsein aus und was sind grundlegende Orientierungen menschlichen Seins?

  • Ist Das Wissen dasselbe wie Wahrheit 15765
  • Werden wir jemals alles wissen können? 15627
  • Gibt es wissenschaftliche Argumente für Reinkarnationen? 25454
  • Was passiert nach dem Tod ? 25822
  • Wie lässt sich Glück messen? 14816
  • Warum gibts es Verschwörungstheorien? 28257
  • Ist Unsterblichkeit erstrebenswert? 29259
  • Warum glauben Menschen an Götter? 28027
  • Warum gibt es Zeit? 30294
  • Wieso ist Wissen Macht? 22033

Autor*innen: 

PD Dr. Claudia Kemper 
Prof. Dr. Thorsten Logge

Mitwirkende:

Prof. Dr. Friederike Fless
Dr. Thorsten Merl 
Sina Bruder
Andreas Eberle
Benjamin Mahr
Waltraud Riedl
Kathrin Seemiller


Kommentare

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die Suche nach Orientierung

24.06.2022 10:25 s.schlee ist eine allgemeine Anmerkung

Dieses Cluster finde ich sehr spannend, gerade derzeit, wo viele nach Orientierung und damit verbundener vermeintlicher Sicherheit suchen. Scheinbar wollen wir uns alle an etwas festhalten, auf etwas oder jemanden vertrauen, der/das uns eine Richtschnur ist. Als Einzelne kann ich nicht alles wissen und muss daher vertrauen - aber auf was oder wen? Daher fände ich es auch wichtig, sich in diesem Zusammenhang mit Vertrauen zu befassen. Wie entsteht Vertrauen, wie kann ich es halten, wie beeinflussen?

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Das Leben mit der (Wissens-)Lücke

28.06.2022 17:44 arnofry36 ist eine allgemeine Anmerkung

In einer Welt wo wir mit dem Internet immer alles wissen müssten oder könnten, fällt es uns zunehmend schwerer mit Wissenslücken umzugehen. 

Jedoch sind diese Lücken auch der Ausgangspunkt von Wissenschaft selbst, weshalb man für dieses Themenfeld auch vorschlagen könnte wie sich (schulische) Bildung verändern könnte um den Umgang mit Wissenlücken zu fördern. Dadurch könnte man eventuell ein positives Bild schaffen, in den schwierige Fragen einen Anstoß zu neuem Wissen zu verstehen.

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Wissenserwerb ohne Vorurteile

01.07.2022 10:33 Kinseher.R-KEH ist eine inhaltliche Ergänzung

Im Rahmen der sogenannten ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) kann man bewusst erleben, wie das Gehirn einen einzelnen Reiz/Gedanken systematisch und strukturiert verarbeitet.

(Seit 2006 ist ein komplettes Erklärungsmodell für NTEs erstellt und veröffentlicht worden.)

Aber ausgerechnet dieser direkte Zugang zur Arbeitsweise des Gehirns wird von der Forschung nicht zum Erwerb von Wissen genutzt - weil man das Thema NTE der Esoterik überlässt.

Wenn man diese einmalige Chance unser Gehirn zu verstehen, absichtlich nicht nutzt - wird man viele wichtige Erkenntnisse nicht gewinnen.

Daher stellt sich nicht die Frage ´Wie und was können wir wissen? - sondern die Frage. ´Warum wollen wir gar nicht wissen, wie unser Gehirn funktioniert?´

 Die Frage nach dem Nicht-Wissen-Wollen stellt sich auch beim Thema ´Zeit´: Bisher wurde keine Definition für ´Zeit´ vorgestellt!

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