Wissenschaftsjahr 2022 Online-Konsultation
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1.6: Wie gestalten und kommunizieren wir Wissenschaft?

11.06.2022 17:54 1. Kultur | Wissen | Bildung Autor*innen und Mitwirkende

Wie kann die Wissenschaft die Menschen erreichen? Wie müssen Forschungsergebnisse formuliert und aufbereitet sein, damit sie bei den Menschen ankommen? Was kann gegen Wissenschaftsskepsis getan werden? Welche Rolle wird künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen spielen?

Wissenschaft ist seit jeher ein hochkomplexes, sich ständig wandelndes und heterogenes System mit fließenden Grenzen. Geprägt ist Wissenschaft von unterschiedlichsten Fachgebieten, Themen und Fragen, von Personen und Gemeinschaften sowie von Institutionen und Strukturen. Die Praktiken, Paradigmen und Interessen von Wissenschaft können sowohl als verbindendes als auch konkurrierendes Moment betrachtet werden. Die Wahrnehmung von Wissenschaft kann je nach Herkunft, Position und Perspektive sehr unterschiedlich sein.
Viele eingereichte Fragen zeigen das Interesse, dieses System und seine Teile wie Zusammenhänge besser verstehen zu können. Neben der Wirkung und der Verantwortung von Wissenschaft, geht es in den gesammelten Fragen insbesondere um die Verständlichkeit von und das Vertrauen in Wissenschaft. Es wird jedoch auch eine gewisse Skepsis gegenüber der Wissenschaft deutlich. Dabei sind der gesellschaftliche und politische Kontext sowie die wechselseitigen Beziehungen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik von Relevanz. 
Der Umgang mit der Komplexität von Wissenschaft und dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse hat an Bedeutung gewonnen. Verstärkt wird dies durch die fortschreitende Internationalisierung, zunehmendes inter- und transdisziplinäres Arbeiten sowie die Technisierung und Digitalisierung. Nachhaltigkeit in der Organisation und Kommunikation von Wissenschaft ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher, globaler Herausforderungen ein weiterer wesentlicher Aspekt. Hier sind alle Akteure und Betroffenen, vor allem aber die Wissenschaftspolitik angesprochen. Maßnahmen zur Förderung möglichst offener Wissenschaftskultur mit freiem Zugang zu (öffentlich finanzierten) wissenschaftlichen Erkenntnissen und größtmöglicher Transparenz im Gesamtprozess des wissenschaftlichen Arbeitens bekommen in diesem Zusammenhang einen besonderen Stellenwert.


Vor dem Hintergrund der Vielschichtigkeit von Wissenschaft sowie dem Recht auf Freiheit von Forschung und Lehre, können Forschungsfragen nach konkreten gesellschaftlichen Auswirkungen und Einfluss- und Erfolgsfaktoren von (offener) Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation überfachlich untersucht werden. Der Fokus sollte dabei insbesondere auf Nachvollziehbarkeit, Vertrauen und Verständlichkeit liegen. Auch Fragen der Gestaltung und Wirkung von vielfältigen, zielgruppenorien¬tierten Kommunikationsformen einschließlich ihrer medialen Aufbereitung sowie Methoden zur Kompetenzförderung sollten erforscht werden. Und was können aus unterschiedlichen Perspektiven (Zukunfts-)Technologien wie Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen beitragen?

  • Wie können Menschen, die der Wissenschaft und Forschung skeptisch gegenüberstehen, erreicht werden? 16089
  • Welche Faktoren sind ausschlaggebend für das Vertrauen der Menschen in Wissenschaft und Forschung? 13755
  • Wie schaffen wir es, dass die Ergebnisse der Wissenschaft in Gesellschaft und Politik Eingang finden? 31583
  • Wie kann man den Bürgern Wissenschaft greifbarer und sichtbarer machen? 27344
  • Wie kann sich Wissenschaft weiterenwickeln, damit sie als Politikberaterin und Meinungsbildnerin für Menschen unterschiedlicher Bildung mehr Wirksamkeit entfalten kann? 15888
  • Wie können Erkenntnisse einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden? 30249
  • Wie kann man die Menschen dazu bringen, wieder mehr der fundierten Wissenschaft zu vertrauen als den Pseudo-Wissenschaften? 13185
  • Wie können die Geistes- und Naturwissenschaften noch mehr voneinander profitieren? 14889
  • Warum ist die Bürgermeinung wichtig für die Forschung? 16761
  • Ist Wissenschaft die neue Kunst? 15445

Autor*innen:

Matti Stöhr

Mitwirkende:

Prof. Dr. Friederike Fless
Prof. Dr. Thorsten Logge
Sina Bruder
Andreas Eberle
Benjamin Mahr
Waltraud Riedl
Kathrin Seemiller
Dr. Maha El Hissy
Florian Genz
Prof. Dr. Mandy Hommel
Dr. Claudia Kemper
Prof. Dr. Beate Küpper
Dr. Thorsten Merl
Prof. Dr. Oliver Ruf
Prof. Dr. Kerstin Schankweiler
Prof. Verina Wild
Sabrina Zeaiter


Kommentare

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Wissenschaftsfestival

26.06.2022 10:12 gabriele.wickenhaeuser ist eine allgemeine Anmerkung

Ein kommunales oder regionales Wissenschaftsfestival unter Mitwirkung zahlreicher Hochschulen, Universitäten und Institute unter der Aufsicht des zuständigen Wissenschaftsministeriums kann zahlreiche Menschen - vor allem Jugendliche - ansprechen. 

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Wissenschaft im Rampenlicht

28.06.2022 17:55 arnofry36 ist eine inhaltliche Ergänzung

Gerade die Corona-Pandemie hat wie kein anderes Event der vergangenen Jahrzehnte die Wissenschaft, speziell die Biotechnologie und Medizin, in den Fokus der globalen Aufmerksamkeit gestellt. Ich weiß nicht ob das bei der Erstellung des Clusterpapiers erwähnt wurde, aber könnte man noch etwas zu diesen besonderen Situationen hinzufügen? 

Dadurch soll ein Diskurs angestoßen werden wie andere Fachgebiete der Wissenschaft eventuell in ihrer Kommunikation vorbereitet werden könnten, sollte ein ähnliches Ereignis erneut passieren.

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Adressatengerecht kommunizieren

12.07.2022 14:22 Johann ist eine allgemeine Anmerkung

 Wissen muss adressatengerecht transportiert und zur Verfügung gestellt werden.

Dazu braucht geeignete Formate, z. B. Apps zur Wissensvermittlung, Schülerlabore sowie Formate für Lebenslanges Lernen (praxisorientierte) und Weiterbildung. Um solche Formate umzusetzen braucht es geförderte Unterstützung. Zudem werden (geförderte) Cluster, Netzwerke etc. benötigt, um abgesichertes Wissen zu generieren  

Hierzu ist ein Dialog notwendig an dem alle relevanten Steakholder beteiligt werden: Bürger, Unternehmen und (Förder-)Institutionen, um die richtigen Rahmenbedingungen zu setzten.

Wissenschaftsskepsis kann durch verbesserte Bildungskonzepte und Lehrpläne in allen Schultypen vorgebeugt werden. Die Lehrpläne müssen interaktiver gestaltet werden und Schüler/innen früher und verstärkt an die hochinteressanten Themen der Wissenschaft herangeführt werden bspw. Abfall- und Kreislaufwirtschaft gestalten auch in Verbindung mit Digitalisierung und KI.

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Rolle Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen

12.07.2022 14:39 Johann ist eine allgemeine Anmerkung

KI und maschinelles Lernen können unterstützen, insbesondere bei den Herausforderungen des Fachkräftemangels oder der Wissensvermittlung. Deren Einsatz stehen in der Praxis viele Hemmnisse gegenüber. Diese reichen von digitaler Infrastruktur und Datenverfügbarkeit bis zu sozio-technologischen Herausforderungen wie dem Rollenwandel der Mitarbeiter mit steigender Digitalisierung. Zur Lösung der Herausforderungen gibt es großen Forschungsbedarf, um Lösungen, welche häufig auf bekannten Technologien basieren, in die Anwendung zu transferieren und zugängliche Modellimplementierungen zu schaffen, die von der Industrie kopiert werden können. Bei der Bildung besteht ebenfalls Handlungsbedarf, da sich die Rolle des Menschen im Prozess durch die Nutzung von KI signifikant verändert. Der Mensch muss lernen KI-Systemen zu vertrauen, deren Ergebnisse kritisch zu Bewerten und in Interaktion mit diesen Assistenten zu arbeiten. Beides schafft Mehrwert bei der Nutzung von digitalen Technologien.

 

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Nutzung der bestehenden Formate

14.07.2022 18:35 Workshop_im_Rahmen_der_Online-Konsultation ist eine inhaltliche Ergänzung

Es gibt viele gute und innovative Formate in der Wissenschaftskommunikation, dennoch werden viele davon nicht umgesetzt und das Potenzial dieser Formate nicht ausgeschöpft. 

Dazu stellt sich die Frage nach der Erreichung diverser Zielgruppen - Wie können verschiedene Gruppen erreicht werden? Dieser Aspekt fehlt im Text.
 

 

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