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1.9: Was beeinflusst lebenslanges Lernen und wie können wir es fördern?

11.06.2022 18:02 1. Kultur | Wissen | Bildung Autor*innen und Mitwirkende

Welche Formen formalen und informellen Lernens braucht die Gesellschaft? Wie müssen Lernmaterialien und -medien aussehen, damit sie möglichst von vielen Menschen genutzt werden? Welche Rolle spielen digitale Medien und die zunehmende Technologisierung der Gesellschaft? Wie kann im Alltag Platz für lebenslanges Lernen geschaffen werden?

Lebenslanges Lernen umfasst Lernen in allen Lebensphasen. Dazu gehört das Lernen in Kindheit und Jugend, das Lernen als Erwachsener und auch das Lernen als Senior*in. Formales Lernen findet institutionell organisiert in Kindertagesstätten, Schulen, berufsbildenden Schulen und Hochschulen statt. Formales Lernen ist zumeist mit Abschlüssen und Zertifikaten verbunden. Zum lebenslangen Lernen gehören aber auch alle Formen informellen Lernens, das im privaten und beruflichen Alltag stattfindet. Lebenslanges Lernen begegnet den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anforderungen unserer Lebenswelt, die von großen technischen Veränderungen, von zunehmender Komplexität aber auch Unsicherheit und Volatilität geprägt ist. 
Die Fragen in diesem Cluster thematisieren die Einstellungen der Menschen zu lebenslangem Lernen, ihr vorhandenes Wissen, ihre Neugier und ihre Motivation zu lernen und sich weiterzuentwickeln. 
Daneben spielen Merkmale der individuellen Lebenssituationen, wie Ort, Zeit und Raum, in denen lebenslanges Lernen stattfindet, eine wichtige Rolle. Zu diesen Merkmalen gehören die der potentiellen Lernsituationen: u. a. die Lernumgebung, die zur Verfügung stehenden Lernmaterialien, ihre Zugänglichkeit, die Aufbereitung der Inhalte und das Design der Lernmaterialien sowie dessen Potential, Menschen zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Inhalten anzuregen.


Forschungsfragen in diesem Kontext sollten die für lebenslanges Lernen förderlichen Einflussgrößen in den Fokus stellen. Hier können etwa Fragen zu innovativen Konzepten für die stärkere Förderung tätigkeitsintegrierten lebenslangen Lernens, beispielsweise hinsichtlich der Bedingungen von beruflichen Arbeitssituationen und Arbeitsplätzen, thematisiert werden. Hierbei sollten jedoch nicht nur die förderlichen Bedingungen in den Blick genommen werden, sondern auch die begrenzte tägliche Zeit berücksichtigt werden, die Menschen neben Beruf und Privatleben erübrigen können. Daneben stellen sich Fragen nach alters- und adressatenorientierten Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen für lebenslanges Lernen.

  • Kann man innovatives Denken erlernen? 22772
  • Ist Neugierde lernbar? 17559
  • Welche Möglichkeiten sind sinnvoll, um ein niederschwelliges und unbelastendes Lifelong Learning zu ermöglichen? Wie können Bildungsangebote den Arbeitsalltag komplementieren? 13915
  • Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Gesundheit: Unsere Gesellschaft braucht lebenslanges Lernen des Einzelnen um gut funktionieren zu können. Wie kann man lebenslanges Lernen organisieren, dass es nicht nur auf indiviuellem Engagement des Einzelnen basiert? 12581
  • Kann man die gleiche Tätigkeit entweder mühsam oder spielerisch leicht praktitzieren, und was sind diesbezüglich die relevanten Voraussetzungen? 12594
  • Welcher Voraussetzungen bedarf es, dass die Kinder beim Eintritt in die Schulpflicht, den Spaß am Lernen behalten? 13041
  • Welche Möglichkeiten gibt es, sich Wissen anzueignen außer durch "schulisches" Lernen und Lernen durch Handeln (Learning by Doing)? 13535
  • Wie kann ich Menschen zu mehr lebenslangem Lernen motivieren? 14812
  • Wie könnte schulische Bildung möglichst individuell und auf die eigene berufliche Zukunft ausgerichtet stattfinden? 15239
  • nach welchen Kriterien „mistet“ man Wissen aus? 16110

Autor*innen:

Prof. Dr. rer. pol. habil. Mandy Hommel

Mitwirkende:

Prof. Dr. Friederike Fless
Dr. Thorsten Merl 
Sina Bruder
Andreas Eberle
Benjamin Mahr
Waltraud Riedl
Kathrin Seemiller


Kommentare

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Heute ist der UNESCO-Tag des Spiels

22.06.2022 11:26 edeju ist eine allgemeine Anmerkung

Der Homo Ludens hat gegenüber vieler "Normalbürger" ein heiteres spielerisches Mindset, welches ihn ab der frühen Kindheit bis ins hohe Alter begleitet. Seine Neugierde macht vor nichts und niemanden halt. Er liebt jegliche Herausforderungen. Das wusste schon Schiller.

Insofern könnte man dies als "lebenslanges Lernen" bezeichnen, wobei das Lernen nicht gerade als etwas Erfreuliches von vielen Schul-frustrierten interpretiert wird, und dann das auch noch lebenslänglich...

Schuliches Lernen wird als "formales Lernen" bezeichnet, wohingegen die Begriffe "nonformales und informelles Lernen" nicht sonderlich konnotiert sind. Von daher schlage ich den Begriff "souveräne Selbstentfaltung" vor, um der Eigeninitiative, die auf den individuellen Talenten beruht eine ehrenhafte Bezeichnung zukommen zu lassen.

Dies aber ist der zweite Schritt zur Förderung des "lebenslangen Lernens". Der erste Schritt beginnt in der "Erziehung des Kindes", wobei die Eltern das individuelle Kind mit seinen angeborenen Talenten und dem natürlichen Bestreben diese zu Entfalten an oberste Stelle setzen.

Von daher schlage ich eine attraktivere Änderung des Titels vor.

 

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Serious Games

22.06.2022 12:00 gabriele.wickenhaeuser ist eine allgemeine Anmerkung

 Sogenannte "Serious Games" sollten in unterschiedlichen Sprachräumen - nicht nur im Englischen - gefördert werden. Diese "Ernsten Spiele" im Cyberraum können den humanen Wettbewerb fördern, da sie sich nur bei entsprechender Freiheit und Lust der Spielenden zum Mitspielen global durchsetzen. Völkerrechtlich wichtige Sprachräume sind außer Englisch, Spanisch und Französisch auch Russisch, Chinesisch und Arabisch.

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Wie kann die Fortbildung der Zukunft aussehen?

28.06.2022 17:49 Ju_Pa ist eine Frage

Bei dem Thema lebenslanges Lernen fällt mir vor allem die Rolle der Arbeitspltäze ein. Nach Abschluss der formalen Ausbildung wird oft nicht mehr viel Wert auf innovative spielerische Fort- und Weiterbildungen gelegt. Spannend fände ich es herauszufinden, welche Möglichkeiten es hier gibt diese wirklich lebenslang in die diversen Arbeitalltage zu integrieren. 

 

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Innovative spielerische Fort- und Weiterbildungen

29.06.2022 12:56 edeju

Kurze Antwort:

Wenn wir von unseren Eltern während der Prägejahre auf Pflichterfüllung, schulisches Lernen etc. getrimmt wurden, haben wir das natürliche Spiel nicht auf Dauer verinnerlicht.

Ich hatte das Glück, "kinderfreundliche" Eltern zu haben, und habe das spielerische Mindset nie verloren - auch nicht bei meinen Jobs in der Industrie.

Mein Freund [Name durch Moderation entfernt] arbeitet explizit an diesem Thema:

https://nandostoecklin.ch

Viel Spaß und Erfolg, Wolfgang

www.visitenkarte.edeju.de

 

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