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1.10: Wie gestalten wir die Bildungsinstitutionen der Zukunft?

11.06.2022 18:04 1. Kultur | Wissen | Bildung Autor*innen und Mitwirkende

Wie kann Bildung praxistauglicher werden? Welche Lernorte braucht es dazu? Was bedeutet die Digitalisierung für die Bildungsinstitutionen? Wie kann eine zeitgemäße Mediennutzung und -didaktik aussehen? Welche neuen Inhalte müssen vermittelt werden? Welche Inhalte sind ggf. obsolet?

Zentrale Frage dieses Clusters ist, wie Schulen und andere Bildungsinstitutionen in Zukunft gestaltet werden können. Grundlage dabei ist die Infragestellung unseres heutigen Bildungssystems, insbesondere der frühkindlichen Bildung und Schule. Auch der deutsche Bildungsföderalismus mit seinen pluralen Bildungssystemen wird hinterfragt.  Dabei schwingen Aspekte der Bildungsgerechtigkeit und des gestalterischen Mitspracherechts mit. Ein klares Ziel ist, Heranwachsende bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten und dabei einen individuellen Blickwinkel in der Bildung zu verfolgen – Heterogenität daher positiv zu begegnen. Dies umfasst, neben heterogenen Bildungshintergründen, das Thema Inklusion sowie Fragen der Integration. Wie müssen Lernorte gestaltet werden und welchen Wert haben dabei außerschulische Lernorte auch für mehr Praxisbezug? Ein Fokus liegt dabei u.a. auf den Bauwerken selbst (Raumgestaltung, Ausstattung etc.), auf strukturellen (u.a. Klassengröße, Zeiteinteilung, Pausen) und inhaltlichen Aspekten. Welche Bildungsinhalte sollte Schule vermitteln, welche sind ggf. obsolet? Ein Schwerpunkt ist hier die Digitalisierung und damit einhergehende Fragen der Mediendidaktik. Aber auch „Lebenswissen“ (z.B. Steuern, Rente), Soft Skills und emotionale Intelligenz werden als mögliche Inhaltsfelder thematisiert.  Darüber hinaus spielt der Faktor Leistungsdruck und Stressbelastung von Heranwachsenden durch Noten und Prüfungen eine wichtige Rolle. Aktuelle Erfahrungen aus der Pandemie und ihre Auswirkungen auf Bildung werden ebenfalls betrachtet. 


Die hier gestellten Fragen fußen auf einer langen Forschungstradition. Die Themen spiegeln die Bildungsherausforderungen unserer Gesellschaft wider und legen den Fokus auf die Fragen: Wie kann eine individuelle und bedarfsgerechte Förderung von Kindern und Jugendlichen erreicht werden? Welche Lehr- und Lernmethoden sind hierbei zielführend? Welche Rolle kann, soll und muss die Digitalisierung mit all ihren Facetten hierbei spielen? Wie kann das Bildungssystem die Heterogenität unserer Gesellschaft und die daraus entstehenden unterschiedlichen Bedarfe positiv aufgreifen und so Inklusion, Integration und Bildungsgerechtigkeit erreichen? Die Zusammenarbeit von Forschung und Politik ist zentral, damit Forschungsergebnisse als Basis für die zukunftsorientierte Weiterentwicklung unseres Bildungssystems dienen können.

  • Welche Medienkompetenz brauchen wir in Zukunft? Wie alphabetisieren wir unsere Kinder in dieser Hinsicht? 12348
  • Wie wird die Schule der Zukunft aussehen? 17675
  • Wieso werden die wirklich wichtigen Dinge, die wir später im Leben brauchen nicht in der Schule gelehrt? Wi z.b. Steuer, Umgang mit Stress, Bürokratie etc 28469
  • Warum haben wir nicht mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung unserer Schule? 26294
  • Warum haben wir eigentlich kein Fach, in dem man lernt, wie man (Geschichten) schreibt? 26174
  • Wie kann man Kinder in der Pandemie besser fördern? 19114
  • Was hindert uns, Bildung unabhängig von Schule zu denken, um den Einzelnen mit all seinen Potenzialen in den Blick zu nehmen? 12344
  • Wie können wir Bildung gerechter verteilen? 30254
  • Wie lässt sich ein Bildungssystem etablieren, bei dem alle Kinder die gleichen guten Chancen auf eine gute Bildung haben? 13646
  • Wie kann man die Digitalisierung in der deutschen Bildung voranbringen? 27956

Autor*innen:

Sabrina Zeaiter

Mitwirkende:

Prof. Dr. Friederike Fless
Dr. Thorsten Merl 
Sina Bruder
Andreas Eberle
Benjamin Mahr
Waltraud Riedl
Kathrin Seemiller


Kommentare

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Ausbildung von Pädagog*innen

28.06.2022 17:41 Ju_Pa ist eine inhaltliche Ergänzung

Eine Frage, die mich in diesem Zusammenhang beschäftigt bzw. interessieren würde ist, wie pädagogische Ausbildungen diskriminierungssensibler gestaltet werden können. Wie können Lehrkräfte nachhaltig für unterschiedliche Formen von Diskriminierung geschult und ausgebildet werden? 

Daran schließt für mich auch die Frage an, wie genau ein diskriminierungsfreies Lernumfeld aussehen kann und welche institutionellen Veränderungen es braucht. 

 

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Vermittlung von Inhalten ist autoritär

01.07.2022 10:46 edeju ist eine allgemeine Anmerkung

Wir haben uns dermaßen an die schulische Wissensvermittlung gewöhnt, sodass wir unsere Eigeninitiative der Selbstentfaltung, die auf dem Spektrum individueller Potenziale / Talente beruhen, verlieren.

Daher gebe ich Kindern (Cleverle) die Möglichkeit sich völlig frei zu entfalten.

Damit alle die freie Selbstentfaltung betreiben können, habe ich den Cleverle-Navi entwickelt. Wie ein Auto-Navi der weiß wo ich mich befinde, kann er mich von dort aus an beliebige Ziele begleiten. So ähnlich funktioniert der Cleverle-Navi.

Wolfgang Helmeth

 

[BEITRAG DURCH DIE MODERATION EDITIERT]

 

 

 

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Wie und wo kann schulische Bildung ergänzt/unterstützt werden

01.07.2022 15:47 Bildung2030 ist eine allgemeine Anmerkung

Die Schule der Zukunft sollte die außerschulischen Bildungseinrichtungen/Angebote stärker in ihre Planungen einbeziehen. Es gibt z.Zt. sehr effektive und nachhaltige Angebote von außerschulischen Bildungseinrichtungen. Insbesondere im Bereich der ungenügenden MINT-Schulangebote und der daraus folgenden/bzw. bestehenden fehlenden MINT-Fachkräfte, sind die außerschulischen MINT-Angebote bzw. die derzeitig durch Netzwerkbildungen in Erarbeitung befindlichen Angebote ein idealer Ergänzungsfundus. Der momentane Nachteil der außerschulischen Angebote, ist der in großem Umfang bestehende Projektcharakter (also die kurzfristigen Laufzeiten/Finanzmittel). Werden die Angebote der außerschulischen Bildungseinrichtungen weiterhin nicht als "Bildungsangebote" für Schulbildung anerkannt und somit auch nicht aus dem Bildungssektor finanziert, kann man auch zukünftig keine Entspannung im MINT-Bereich erwarten.

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Wegweisendes Cluster - für Lernende, Lehrende und die Gesellschaft an sich

06.07.2022 18:42 MVerhovnikHeinze ist eine allgemeine Anmerkung

Das Clusterpapier ist inhaltlich schlüssig und legt den Fokus auf besonders relevante Aspekte, die zu diesem Themenbereich zu diskutieren sind. Der besonders zentrale Aspekt der Bildungsgerechtigkeit könnte - übergreifend - noch etwas stärker hervorgehoben werden, ebenso wie strukturelle Bedingungen und Veränderungsoptionen, die hier denkbar sind (und beispielsweise aus der Gruppe der Schüler*innen auch angebracht werden). Der Blick auf die Lehrenden fehlt mir zudem - wie können wir kompetente, motivierte, pädagogisch umfassend ausgebildete Lehrkräfte gewinnen, wie lässt sich der Beruf der Lehrkraft (wieder) attraktiver gestalten? Die Bedingungen, unter denen Lehrende heutzutage unterrichten, unterscheiden sich extrem. Insgesamt sollten in den (politischen) Aushandlungsprozessen stärker auch die zur Wort kommen, die es "am Ende" betrifft - herausheben möchte ich hier Schüler*innen, Lehrkräfte sowie Eltern.

 

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