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1.11: Wie können wir Berufsinteressen fördern und die Berufswahl nachhaltig unterstützen?

11.06.2022 18:06 1. Kultur | Wissen | Bildung Autor*innen und Mitwirkende

Wie kann das Interesse an Berufen gefördert werden, die vom Arbeitsmarkt besonders nachgefragt sind? Wie können Menschen bei der Berufswahl unterstützt werden? Wie kann die Zufriedenheit mit dem Beruf verbessert werden? Welche beruflichen Fortbildungen braucht es dafür? Und sind die gängigen Berufsbilder noch zeitgemäß?

Thema des Clusters sind die Schwerpunkte der individuellen Berufsinteressen, der Berufsorientierung, der Berufswahl und der beruflichen Bildung allgemein. 
Im Zusammenhang mit der Berufswahl wird die fehlende Übereinstimmung von beruflichen Interessen junger Menschen mit den angebotenen Ausbildungs- und Studienrichtungen und den vom Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen angeführt. Die Herausforderungen liegen dabei u. a. im Spannungsfeld der Förderung der individuellen berufsbezogenen Interessen und ihrer Entsprechung zu möglichen künftigen Tätigkeitsfeldern. Diese Übereinstimmung ist entscheidend für das Empfinden von Zufriedenheit mit der Berufswahl und dem Verbleib in diesem Tätigkeitsfeld. Weitere Fragen betreffen das Problem des fehlenden Nachwuchses im Handwerk und die verbesserungswürdige Qualität der Berufsausbildung in Deutschland. Für Unternehmen zeigt sich die Dringlichkeit dieser Fragen insbesondere im Fachkräftemangel in Bezug auf fehlende Qualifikationen und die damit verbundene aufwendige und kostenintensive Suche nach BewerberInnen. Die Relevanz dieses Clusters zeigt sich damit aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive, in der angestrebten Passung mit den Berufsinteressen junger Menschen und der am Arbeitsmarkt nachgefragten Qualifikationen. 


Entsprechende Forschungsfragen im Bereich der Berufswahl und der beruflichen Bildung sollten Ansätze entwickeln, die auf eine nachhaltige Deckung des Fachkräftebedarfs zielen. Diese Ansätze stellen die Voraussetzung für die Entwicklung wirksamer Instrumente dar. Zu verorten sind diese Forschungsbemühungen in vier Bereichen: erstens bei der Förderung individueller Berufsinteressen (z. B. für MINT- oder IT-Themen, Handwerk, etc.), zweitens bei Maßnahmen der Berufsorientierung, drittens bei beruflichen Aufstiegsqualifizierungen und viertens bei der Anpassung von Ausbildungsberufen, Studiengängen und -inhalten, die aus Änderungen von Anforderungen in den Berufsbildern resultieren. Insgesamt sollte das Augenmerk dabei nicht nur auf der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Förderung individueller und berufsbezogener Interessen liegen, sondern auch die Bedarfe am Arbeitsmarkt berücksichtigen.

  • Was kann und muss man machen damit mehr Berufssuchende ins Handwerk gehen damit dieses für die Zukunft gut aufgestellt ist? 31885
  • Entscheiden sich mehr Mädchen für IT-Berufe, wenn sie früh mit IT-Themen in Berührung kommen und die Möglichkeit haben, programmieren zu lernen oder es zumindest auszuprobieren? 13086
  • Warum bzw. seit wann haben Ausbildungen in Deutschland einen so schlechten Ruf? Und wie kann man das ändern? 13174
  • Wie könnte schulische Bildung möglichst individuell und auf die eigene berufliche Zukunft ausgerichtet stattfinden? 15239
  • Warum sind so wenige Frauen in den Naturwissenschaften? 27508
  • Warum gibt es anstatt Noten keine schriftlichen Beurteilungen, die viel mehr über die Person aussagen (z.B. Verhalten in Gruppen) und für den künftigen Arbeitgeber sinnvoller wären? 26189

Autor*innen:

Prof. Dr. rer. pol. habil. Mandy Hommel

Mitwirkende:

Prof. Dr. Friederike Fless
Dr. Thorsten Merl 
Sina Bruder
Andreas Eberle
Benjamin Mahr
Waltraud Riedl
Kathrin Seemiller


Kommentare

ist eine allgemeine Anmerkung

Die Berufsentscheidung sollte nicht zu früh fallen/erzwungen werden

28.06.2022 17:44 Leilah ist eine allgemeine Anmerkung

Ich glaube, dass es nicht gut ist, wenn sich Menschen zu früh für einen Berufsweg entscheiden müssen. Diese Entscheidung wird dann eher vom familiären Umfeld getroffen als von ihnen. Zudem sind die Interessen junger Menschen nicht zwingend dieselben, wenn sie erwachsen sind. Ansonsten hätten wir viel mehr Feuerwehrmänner*frauen, Tierärzt*innen und Paläontolog*innen. 

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ist eine allgemeine Anmerkung

Gewerbeordnung 1869/1872

02.07.2022 10:56 gabriele.wickenhaeuser ist eine allgemeine Anmerkung

Der gesetzliche Grundsatz der Gewerbefreiheit wurde vom Norddeutschen Bund am 21.06.1869 erlassen und vom Deutschen Reich 1872 übernommen. In der alten Gewerbeordnung waren erstmals die Regeln für die Innungen und Handwerkskammern gesetzlich für den ganzen deutschen Staat einheitlich geordnet worden. Dies war für die positive Entwicklung des deutschen "Mittelstands" zukunftsentscheidend.

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ist eine inhaltliche Ergänzung

Future Skills fördern statt für begrenzte Berufsfelder ausbilden

06.07.2022 18:45 Katharina_Leinius_UniKasselTransfer ist eine inhaltliche Ergänzung

Angesichts der Beschleunigung des technologischen Wandels (Digitalisierung, KI usw...) sowie gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Transformationen wird sich die Arbeitswelt zukünftig kontinuierlich verändern.

Bei der Gestaltung von (beruflicher) Bildung und Berufsorientierungsformaten sollten immer auch ein großer Schwerpunkt auf Schlüsselqualifikationen gelegt werden, die Berufseinsteiger:innen die Fähigkeiten vermitteln, sich ein Berufsleben lang neu orientieren, neues fachliches Wissen aneignen und auf Veränderungen reagieren zu können.

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