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2.3: Wie gestalten wir eine klima- und sozial gerechte Transformation von Energie, Ernährung und Mobilität?

11.06.2022 18:25 2. Gesellschaft | Politik | Wirtschaft | Sicherheit Autor*innen und Mitwirkende

Welche Formen der Energieerzeugung und Speicherung brauchen wir für die Zukunft? Wie kann eine nachhaltige Mobilität aussehen? Und welche Anreiz- und Wirtschafssysteme unterstützen eine solche Transformation?

Die Bewältigung der globalen Klima- und Energiekrise wird nur im Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gelingen. Auch innerhalb der Wissenschaft ist gemeinsames Handeln gefragt.
Einerseits werden wir die Energieeffizienz steigern müssen, andererseits brauchen wir neue Formen der Energieerzeugung und -speicherung. Eine Schlüsseltechnologie der Zukunft ist z.B. die Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff aus klimafreundlichen Energieträgern. Daraus folgt, dass die direkte Nutzung von Wasserstoff in Zukunft eine klimafreundliche Antriebstechnologie sein könnte und für den Masseneinsatz weiter erforscht werden muss. Unsere Mobilität erfordert aber neben neuen Antriebssystemen auch neue Verkehrssysteme. Übergreifende Konzepte der Mobilität zwischen ländlichen und städtischen Gebieten müssen daher erforscht und weiterentwickelt werden.
Die globalen Veränderungen des Klimas dürfen aber nicht nur als abstrakte Probleme verstanden werden. Auch privates Handeln muss sich in Zukunft viel stärker an Nachhaltigkeit ausrichten. Die wissenschaftlichen Fragenstellungen für ein nachhaltiges Handeln des Einzelnen reichen dabei von der individuellen Ernährung über klimaschonende Fortbewegung bis hin zu umweltschonendem globalen Tourismus.
Zugleich treibt die Gesellschaft und die Politik der Wunsch nach Unabhängigkeit von ausländischen Energielieferungen um. Dabei müssen die sozialen und wirtschaftlichen Folgen hoher Kraftstoffpreise, des Klimawandels und veränderter Lebensräume mitgedacht werden. Ob die Rückkehr zu unsicheren und hochriskanten Technologien wie beispielsweise Atomkraftwerken eine Option ist, die Klima- und Energiekrise zu bewältigen, muss im Dialog von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft entschieden werden.


Auf lange Sicht werden fossile Energieträger unseren Energiebedarf nicht decken können. Die Zusammenschaltung vieler einzelner alternativer Energieerzeuger ist komplex und erfordert die Erforschung neuer Koordinations- und Planungskonzepte. Dies führt auch zur Notwendigkeit neuer, alternativer Wirtschaftsmodelle der Klima-, Energie- und Mobilitätswirtschaft. Bei der Erforschung der Transformation von fossilen zu erneuerbaren Energien spielt der Zeitaspekt eine immer wichtigere Rolle, denn der Klimawandel erfordert dringend Lösungen des Energieproblems. Forschung in den Bereichen Klima, Energie und Mobilität muss daher auf die baldige Nutzbarkeit von Lösungen ausgerichtet sein. Die Steigerung der Effizienz von wenigen energieintensiven Sektoren ist dabei mit der gleichen Intensität zu erforschen wie die schonende Energienutzung vieler kleiner Verbraucher*innen. Die Erforschung und Nutzung von Netzwerkeffekten, beispielsweise durch übergreifendes, gemeinsames Nutzen von Ressourcen und das Schaffen von geeigneten Anreizsystemen zum verantwortungsvollen Handeln sind vielversprechende Ansätze zur zukünftigen Gestaltung nachhaltiger Klima-, Energie- und Mobilitätsysteme.

  • Wie können wir unsere Energieprobleme nachhaltig lösen, so dass wie unabhängig sind und Energie bezahlbar bleibt? 15842
  • Wie kann die Politik überzeugt werden, entsprechend der Klimanotlage zu handeln? 12574
  • Wir stehen in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vor der Notwendigkeit, Dinge grundsätzlich zu ändern. Zum Beispiel im Bereich Umwelt- und Klimaschutz, Ernährung, Energe, Mobilität. Wie können wir das schaffen? 13065
  • Welche Wege gibt es, damit wichtige Infrastrukturmaßnahmen (Energiewende etc.) schneller umgesetzt werden können und die Bürger:Innen zugleich mit entscheiden oder gestalten können? 13769
  • Wie soll Mobilität für Menschen auf dem Land in Zukunft bezahlbar sein? 12794
  • Was passiert, wenn das Öl ausgeht? 26700
  • Wie könnte die Verkehrswende in Deutschland aussehen ? 24865
  • Wie wird das Bestreben um den Klimaschutz den Luftverkehr beeinflusst 28843
  • Wie können wir unser Land in Zukunft mit Energie versorgen?? 28150
  • Warum wurden in D Atomkraftwerke abgestellt, wenn wir jetzt Atomenergie aus anderen Ländern beziehen? 26036

Autor*innen:

Prof. Dr. Hannes Federrath

Mitwirkende:

Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring
Monika Buchenscheit
Werner Groth
Marek Langer
Samuel Rehberger
Dr. Miriam Schwentker


Kommentare

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Klimafreundliche Mobilität für eingeschränkte Menschen

18.06.2022 09:26 Ichmaria87 ist eine inhaltliche Ergänzung

Wie kann dafür gesorgt werden, dass Klimafreundlichkeit niemanden ausschließt? Eingeschränkte Menschen, die auf ein eigenes Auto angewiesen sind, aber keinen Gdb bekommen, obwohl sie kaum noch laufen können oder Reize vertragen (bspw. LongCovid / ME/CFS, ältere Menschen, vulnerable Menschen (die aus Eigenschutz den ÖPNV nicht nutzen können = Pandemie...)). Leider werden diese Menschen sowohl in der Corona- als auch der Klimadiskussion nicht berücksichtigt, obwohl laut RKI (2021) 21,6 Millionen vulnerable Menschen in Deutschland leben + hohe Dunkelziffer.

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Sparen - eine vergessene Alternative

01.07.2022 18:51 Kinseher.R-KEH ist eine inhaltliche Ergänzung

Vor Jahrzehnten machte man Versuche zum 1L/100km-Auto. Dieser Forschungsansatz wurde aber nicht mehr weiterverfolgt - obgleich er sinnvoll war.

Wenn man Autos hat, die wenig Energie verbrauchen - dann braucht man diese erst gar nicht zur Verfügung stellen und hat damit auch weniger Abgase/Schadstoffe

Hätte man die Strategie der Entwicklung von Autos mit geringem Verbrauch weiterverfolgt, dann hätte sich dies deutlich auf das Klima ausgewirkt - und auf den Geldbeutel auch

Ich stelle die Fragen: Warum denkt niemand an das Einsparen von Energie?

Braucht man wirklich unbedingt ein 1,5 t Auto um eine Person von ca. 80 kg zu transportieren?

 

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Energie-Sparen leicht gemacht

04.07.2022 10:39 beate.kuepper

Das Thema Energie-Sparen braucht auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit - in Wirtschaft (es sei denn, sie handelt mit Energie, hier gibt es ein Dilemma, was unbedingt mehr Beachtung braucht), Industrie, privaten Haushalte.  Energie-Sparen heißt u.a. auch weniger Mobilität, kleiner Wohnen, dicken Pullover anziehen und dauerlaufende Geräte ggf. abstellen. Wie lässt sich ein Energie-Sparen zum (dauerhaften) "Modetrend" machen? Anreize, Sparen als schick, als Wettbewerb?

Aktuell läuft eine große Werbekampagne zum Energie-Sparen für private Haushalte an. Die bleibt noch sehr abstrakt, es fehlen dort konkrete Anregungen. Die gibt es aber schon. 

Das Energie-Sparen braucht auch eine Debatte um Dilemmata, falsche Anreize, Werte und Soziales (z.B. Werbung für Flugreisen und E-Autos, ohne Folgen für den Globalen Süden zu bedenken), Energieverbrauch beim Streamen und für Online-Konferenzen, für Kühlung, beim Bauen ....Wie lassen sich verschiedene soziale Milieus einbeziehen, diverse Branchen?

 


 

 

 

 

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