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2.4: Wie kann friedliches Zusammenleben geschaffen und erhalten werden?

11.06.2022 18:29 2. Gesellschaft | Politik | Wirtschaft | Sicherheit Autor*innen und Mitwirkende

Wie sollen Deutschland, die EU, die Nato und die UN auf Kriege und Konflikte reagieren? Wie kann in Zukunft Frieden und Sicherheit gewährleistet werden? Welche Rolle spielt Abschreckung und Militärtechnologie?

Vor dem Hintergrund des russischen Krieges in der Ukraine bekommen Fragen zu Krieg und Frieden eine neue Relevanz. Wie und unter welchen Bedingungen entstehen Kriege und warum schaffen es Akteure manchmal nicht, ihre Differenzen friedlich beizulegen? Welche Entwicklungen sind im konkreten Fall zu erwarten und wie kann der Konflikt möglichst rasch gelöst werden? Viele Fragen deuten auf eine konkrete Gefahrenwahrnehmung bzw. die Angst hin, Deutschland oder andere NATO-Staaten könnten in diesen hineingezogen werden. Eine zentrale Rolle wird Atomwaffen zugeschrieben: Wie realistisch ist eine nukleare Eskalation oder gar ein 3. Weltkrieg? In diesem Kontext wird Vladimir Putin als zentrale Figur gesehen. Was sind seine Ziele und wie sieht seine Kriegs- und Informationsstrategie, im Hinblick auf die eigene Bevölkerung wie auch gegenüber anderen Staaten aus? Steht der momentane Konflikt exemplarisch für eine neue Weltordnung, einen Kampf der Systeme?
Angesichts dieser potentiellen Gefahren stellen sich viele Fragen nach konkreten Handlungsempfehlungen, sowohl kurzfristig, wie auch langfristig: Wie sollte auf weitere Eskalation reagiert werden? Und wie sollten sich Akteure wie Deutschland, die EU, die NATO und auch die Weltgemeinschaft konkret verhalten, um den Krieg rasch zu beenden oder eine weitere Eskalation zu vermeiden? Welche Rolle spielt die Militärttechnologie? Und wie sollten sich Deutschland und seine Verbündeten aufstellen um in Zukunft Sicherheit zu gewährleisten?


Für die Forschung im Bereich der Sicherheitspolitik in Deutschland ergeben sich zwei konkrete Empfehlungen, beide resultieren aus der Grundschwierigkeit, dass die aktuelle Lage nur durch komplexe Verbindungen zwischen bereits etablierten Forschungsbefunden aus verschiedenen Themenfeldern bewertet werden kann. Diese umfassen neben akteursbezogenen, handlungsorientierten Ansätzen im Bereich der Konfliktforschung und der Rolle des Ethno-Nationalismus auch neuere Forschung im Bereich der autoritären Regime und – in Deutschland in Vergessenheit bzw. ins Abseits geratene – Forschung zur Rolle von Atomwaffen bzw. zu militärischer Abschreckung, sowohl atomarer wie auch konventioneller Natur bzw. innerhalb von Allianzen (NATO). Die erste Empfehlung lautet die Forschung zu diesen Themenfeldern zukünftig zu stärken. Zweitens ergibt sich eine konkrete Notwendigkeit diese Themenfelder sinnvoll zu verknüpfen, um z.B. Fragen atomarer Eskalation im Kontext von autoritären Regimen analysieren zu können.

  • Was tun, wenn sich 'jemand' nicht an Regeln hält? Alle Gesetze ignoriert und seine Interesseren brachial gegen das Allgemeinwohl durchsetzt? In der Familie, in Ländern, in Städten, in zwischenstaatlichen Beziehungen? 31288
  • Wie kann ein friedliches Zusammenleben der Menschen auf der Erde gelingen? 12532
  • Warum werden Panzer gebaut, wenn sie doch nur dafür dienen, Menschenleben zu vernichten? 31411
  • Was sind notwendige Bedingungen um Frieden zu erhalten bzw. zu erreichen? 15373
  • Wieso lassen sich Gesetze für Einhaltung von Menschenrechten in der globalen Wirtschaft und für gerechte, symmetrische Handelsbeziehungen nicht durchsetzen und wenn, warum bleiben sie wirkungslos? 15854
  • Wie lassen sich Desinformation, Geschichtsverfälschung und Propaganda wirksam bekämpfen oder verhindern? 14023
  • Wird es einen Kampf der Systeme mit China geben? 23444
  • Wie kann die UN so reformiert werden, dass sie tatsächlich bindende Beschlüsse und Resolutionen fassen kann ohne dass ausschließlich Atommächte oder die G7 Vetos einlegen können? 15184
  • Wie sieht eine theoretische Welt in der Frieden herrscht aus? 20900
  • Wie lassen sich militärische Konflikte lösen, ohne tödliche Waffen einzusetzen und ohne einfach nachzugeben? 15089

Autor*innen:

Prof. Dr. Julian Wucherpfennig

Mitwirkende:

Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring
Monika Buchenscheit
Werner Groth
Marek Langer
Samuel Rehberger
Dr. Miriam Schwentker

 


Kommentare

ist eine inhaltliche Ergänzung

Interessant und zugleich schwierig... Wer konkret soll agieren?

02.07.2022 23:01 Idefix97 ist eine inhaltliche Ergänzung

Ich finden diesen Artikel und dieses Thema sehr spannend und gleichzeitig schwierig.

Ich stelle mir die Frage, wer ist Deutschland? Es klingt so ein bisschen wie ein Akteur, also wie eine Person, soll auf irgendeine Weise agieren. Und da sehe ich bereits eine Schwierigkeit, da nicht klar ist, wer gemeint ist. Soll Herr Scholz was machen oder die Bundesregierung oder wer? Und ich frage mich in dem Zusammenhang, ob Herr Scholz oder wer immer Deutschland ist oder repräsentiert, in der Lage ist, den Krieg zu beenden.

Die Geschichte zeigt, dass es schon immer Kriege gibt und ich stelle die Vermutung, dass es solange Kriege gibt, wie es Menschen gibt. Menschen, die ihren Interessen über das Wohl der einzelnen Menschen stellen, die die Macht haben ihre Interessen durchzuziehen und die, das finde ich ganz entscheidend,  dabei Unterstützung durch andere haben/hatten. 

In dem Artikel fehlt mir das Individuum, da nur ich mich lenken kann und sehr schwierig direkt Verhalten anderer verändern kann.

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ist eine allgemeine Anmerkung

Warum Einzeller eine gewisse Größe nicht überschreiten

06.07.2022 10:09 Michael-Dammann ist eine allgemeine Anmerkung

Hmm, das größte Problem ist wohl das Konstrukt Nato und der Rest der Welt.

Monopolistem neigen zu gewissen Eigenarten. Die EU sollte zu einer eigenen NATO (EU-NATO) werden. Das zeigt sich doch schon im Kleinen, wenn sie z. B. als Kunde mit drei Verkäufern gleichzeitig konfrontiert werden oder wenn sie als Kunde sich einen Verkäufer aussuchen könnten. Aktuell sieht Putin (Russland) die Nato (USA & EU)  als Gegner und China als Freund. Das ist zu groß. Besser wäre es, wenn Länder (Menschen, Angestellte, Kinder) eine Wahl haben. Möchte ich mit der USA oder mit der EU oder oder... ein Bündnis eingehen. Das sollte mehr stabilität geben. Das Leben (Pflanzen und Tiere) bestehen aus vielen Zellen, dreht hier einer durch entsteht nicht gleich eine Vollkatastophe. Dreht ein Mega-Einzeller durch, geht es gleich um alles oder nix. Vielfalt (Flexibilität) ist wichtiger als eine Monokultur. Sämtliche Systeme sollten eine gewisse Größe nicht überschreiten.

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