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2.5: Wie können wir Digitalisierung gemeinwohlorientiert gestalten?

11.06.2022 18:31 2. Gesellschaft | Politik | Wirtschaft | Sicherheit Autor*innen und Mitwirkende

Welche Rolle spielt die Digitalisierung im Privat- und Berufsleben? Welche Chancen und Risiken bietet die Digitalisierung für Demokratie und Wirtschaft? Was ist bei dem Einsatz von künstlicher Intelligenz zu beachten?

Die Digitalisierung ist Teil des Alltags geworden und mittlerweile in vielen Bereichen des menschlichen Lebens fest verankert. Demokratische Prozesse, internationale Beziehungen, Wirtschaft, Gesundheitssystem sowie Bildung werden durch digitale Technologien beeinflusst. Dieser Einfluss wird in Zukunft noch weiter zunehmen. Auch Unternehmen erleben Auswirkungen des digitalen Wandels: Geschäftsprozesse, die Zusammenarbeit zwischen den Menschen und die Art der Arbeit werden hinterfragt und verändern sich. Auf individueller Ebene hat die zunehmende Nutzung digitaler Tools Einfluss auf die menschliche Kommunikation, die Selbstwahrnehmung, die gesellschaftlichen Einstellungen und das Gesundheits- und Konsumverhalten. Trotz der zunehmenden Bedeutung digitaler Technologien in fast allen Aspekten des menschlichen Lebens ist die Bewertung dieser Entwicklungen nicht eindeutig positiv. Einerseits wird die zunehmende Digitalisierung mit größerer wirtschaftlicher Effizienz, einfachem Zugang zu Informationen und besserer sozialer Vernetzung in Verbindung gebracht. Andererseits beobachten wir eine wachsende Zahl negativer Folgen der Digitalisierung, die von der Bedrohung der Demokratie über die gesellschaftliche Polarisierung, das Aufweichen der Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben, Mobbing und Hassreden auf Social Media bis hin zum Verlust der Autonomie und Privatsphäre reichen.


Die Folgen der Digitalisierung werfen eine Reihe von Fragen auf, die eine sozialwissenschaftliche, technische und rechtliche Perspektive erfordern. Einerseits sollten die Chancen sowie Gefahren der fortschreitenden Digitalisierung für unsere Gesellschaft, insbesondere für die Demokratie und das Finanzsystem (z.B. digitale Währungen) weiter erforscht werden. Andererseits sollten die Fragen nach den Risiken für den Einzelnen untersucht werden. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit, die Rolle der künstlichen Intelligenz für die Menschenwürde, sowie der Schutz der Rechte und Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus sollten sich Wissenschaft und Politik damit beschäftigen, wie die digitale Gesellschaft den Bedürfnissen der Menschen nach einem gesünderen und nachhaltigeren Leben gerecht werden kann. Wir brauchen ein besseres Bild davon, inwieweit soziale Medien unsere Einstellungen und unsere Wahrnehmung der Realität beeinflussen und welche Folgen dies für den Einzelnen und die Gesellschaft hat. In diesem Zusammenhang ist es das Ziel, wissenschaftlich den Status quo zu bewerten, Fehlentwicklungen zu verstehen und Lösungen für die entstehenden Herausforderungen zu finden, damit die Digitalisierung zum Nutzen des Einzelnen und der Gesellschaft insgesamt eingesetzt werden kann.

  • Wie gefährlich ist Künstliche Intelligenz? Kann sich KI verselbständigen? 16048
  • Wie werden die Sozialen Medien demokratische Prozesse verändern? 12962
  • Welche Auswirkungen hätte es, wenn Menschen ihre Gehirne wie ihre Computer kontrollieren könnten? 32500
  • Wie wird die digitale Gesellschaft der Zukunft funktionieren? 18823
  • Wie muss der Datenschutz gestaltet werden um eine Balance zwischen Recht an der eigenen Person und wirtschaftlichen Interessen zu finden? 19226
  • Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf unser intrinsischesbelohnungssystem? 21084
  • Wie geht Social Media ohne Werbung? 32518
  • Wie beeinflusst Social Media unsere Realtätswahrnehmung? 32517
  • Was passiert mit der Menschenwürde und einem erfüllten Leben, wenn die Automatisierung viele Jobs nachhaltig abnimmt? 14818
  • Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Reichweite von politischen Maßnahmen? 21080

Autor*innen:

Prof. Dr. Hanna Krasnova

Mitwirkende:

Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring
Monika Buchenscheit
Werner Groth
Marek Langer
Samuel Rehberger
Dr. Miriam Schwentker


Kommentare

ist eine Frage

Politische Verwertung

28.06.2022 17:56 Ronja ist eine Frage

Eine allgemeine Anmerkung und auch eine Verständnisfrage: Ich finde es sehr spannend, dass hier im Papier gleich der Bezug zur politischen Verwertung möglicher neuer Forschungsthemen hergestellt wird (zumindest lese ich es so). Ist es dann auch die Idee oder der Wunsch, dass die neuen Forschungsprojekte, die auf Basis der künftigen Agenda gefördert werden, auch politische Handlungsempfehlungen integrieren sollen bzw. müssen? 

 

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Soziale und/oder technische Informatik

04.07.2022 12:30 gabriele.wickenhaeuser ist eine inhaltliche Ergänzung

 Um die Gemeinwohlorientierung der Digitalisierung besser zu fördern, kommt es auf die bewusste Unterscheidung in der Informatik nach sozialen und technischen Themen an. Diese Unterscheidung kommt dann der Europäischen Aufklärung in rechtlichen und moralischen Systemen gleich.

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