Wissenschaftsjahr 2022 Online-Konsultation
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2.9: Wie kann Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Politik verbessert und nutzbar gemacht werden?

11.06.2022 18:42 2. Gesellschaft | Politik | Wirtschaft | Sicherheit Autor*innen und Mitwirkende

Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in Gesellschaft und Politik mehr Beachtung finden? Wie können Transparenz und Kommunikation dabei helfen? Und welche Grenze hat der Einfluss von Wissenschaft in der Gesellschaft?

Weltweit stehen wir vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie sie in den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) zum Ausdruck kommen. Wie wollen wir künftig wirtschaften, wie lassen sich nachhaltige Lebensweisen in die Breite der Gesellschaft tragen, wie begegnen wir dem Klimawandel? Die Lösungen dieser komplexen Herausforderungen liegen in einer Kombination von Grundlagen- und angewandter Forschung, von Expert*innenwissen, praktischem Erfahrungswissen und dem Wissen aus der Lebenswirklichkeit von Bürger*innen. Innovative, gesellschaftlich tragfähige Lösungen, die das Potenzial haben, Breitenwirkung zu entfalten, erfordern  die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachgebieten (Interdisziplinarität), die aktive Beteiligung von Bürger*innen am Forschungsprozess (Transdisziplinarität) sowie von Empfehlungen an die Politik, die evidenzbasiertes agiles politisches Handeln ermöglichen. Dabei bewegen wir uns zum einen in einem Spannungsverhältnis von Abhängigkeiten zwischen Wissenschaft und Politik einerseits und Objektivität/Unabhängigkeit – die ein kritisches Hinterfragen unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems erst ermöglicht – andererseits. Fragen sind: Wie kann Wissenschaft politisches und gesellschaftliches Handeln beeinflussen, wo liegen aber auch Grenzen? Welche Rolle spielt dabei Transparenz? Diese und viele weitere Fragen im Verhältnis Wissenschaft-Politik-Gesellschaft bedürfen neuer Antwortworten.


Neue Erkenntnisse über das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, deren Wechselwirkungen, zu Prozessen der Einflussnahme sowie den Möglichkeiten und Grenzen der Teilhabe können wesentlich dazu beitragen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in politisches und gesellschaftliches Handeln umgesetzt werden. Entscheidend hierfür ist, eine gemeinsame Sprache zu finden, um auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren, die Bürger*innen mitzunehmen und auch jenen eine Stimme zu geben, die bisher wenig Gehör finden. Um diese Abhängigkeiten zu verstehen, brauchen wir neue sozial- und geisteswissenschaftliche Forschungsansätze. Diese sollten das wissenschaftliche System kritisch in Hinblick auf das Hervorbringen gesellschaftlicher Mehrwerte prüfen. Auf dieser Grundlage sollten dann Anreize für eine stärkere Berücksichtigung gesellschaftlicher Aspekte und die aktive Einbindung gesellschaftlicher Akteure geschaffen werden.

  • Wie gedenkt die Wissenschaft dafür zu sorgen, dass jeder an ihr teilhaben kann, unabhängig vom sozialen Umfeld? 13437
  • Warum wird in der Wissenschaft so wenig Augenmerk darauf gelegt, unsere Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme grundsätzlich kritisch zu hinterfragen? Müssten wir das aktuell nicht viel mehr tun? 13974
  • Was muss Wissenschaft verändern und verbessern, damit wissenschaftliche Evidenz und Ergebnisse zum Schutz der Menschen und ihrer Umwelt in der Politik wahrgenommen und implementiert werden? 13597
  • Ist es besser wissenschaftliche Forschung durch staatliche Steuergelder oder durch privatwirtschaftliche Investoren bzw. durch frei marktwirtschaftliches Geld zu finanzieren? 13054
  • Wie gelingt es der Wissenschaft, die Menschen (Gatekeeper, Politiker, Gesellschaft allgemein) zum "Handeln" zu bringen? 16073
  • Wie kann man die Forschung attraktiver machen? 25487

Autor*innen:

Dr. Judith Terstriep

Mitwirkende:

Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring
Monika Buchenscheit
Werner Groth
Marek Langer
Samuel Rehberger
Dr. Miriam Schwentker


Kommentare

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Museen und Messen als Lernorte

28.06.2022 10:22 gabriele.wickenhaeuser ist eine allgemeine Anmerkung

Gute museumspädagogische Ansätze der Informationsvermittlung haben einige Technikmuseen und zum Beispiel das Wissenschaftsfestival. Die Wissenschaftler*innen sollten mehr Empathie für das weniger gebildete "Volk" entwickeln.

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Wir sind alle Laien

28.06.2022 11:15 UschiHeidel ist eine allgemeine Anmerkung

Der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist wichtig und wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Gerade deshalb kommt es darauf an, dass und wie Forscher*innen und Bürger*innen in einen echten Austausch mit Mehrwert kommen. Stichwort: Partizipative Forschung. Das setzt voraus, dass Wissenschaftler*innen Bürger*innen in ihrer Alltags- und Lebensexpertise auf Augenhöhe begegnen und ein tiefes Interesse an ihren Ideen und Erkenntnissen haben. Denn Wissenschaftler*innen sind nur in ihrem Spezialgebiet Expert*innen, ansonsten Laien wie wir alle. 

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