Wissenschaftsjahr 2022 Online-Konsultation
Zurück zur letzten Ansicht

2.11: Braucht es ein neues Verständnis von Arbeit?

11.06.2022 18:46 2. Gesellschaft | Politik | Wirtschaft | Sicherheit Autor*innen und Mitwirkende

Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus? Wie können gleiche Chancen und gleiche Bezahlung für die verschiedenen Geschlechter erreicht werden? Welche Anreize können den Fachkräftemangel beheben? Und welche Auswirkungen hätte ein bedingungsloses Grundeinkommen auf die Arbeitswelt?

Das Cluster Arbeit, Beruf und Unternehmen befasst sich mit den sozialen Auswirkungen des Wandels der Arbeit und der Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Arbeitswelt. Aus den Fragen ergibt sich, dass dieser Wandel Auswirkungen auf Branchen und ganze Volkswirtschaften hat. So verlagert sich die Wertschöpfung geographisch und ganze Branchen verändern ihre Wertschöpfungsketten. Dabei interessiert die Bürger*innen besonders, wie sich z.B. die Pharmaindustrie verändert und ob ganz Deutschland mit national produzierten Lebensmitteln versorgt werden kann. Aber auch auf der Ebene einzelner Arbeitnehmer*innen erleben wir Veränderung. Fragen sind: Ist es möglich weniger zu arbeiten? Wie können wir gleiche Chancen für alle gewährleisten, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Familienstatus? Dabei ist eine angemessene Verteilung der Gehälter zentral für das Gerechtigkeitsempfinden. Die Wissenschaft ist aufgefordert zu untersuchen, woher Unterschiede in diesem Bereich kommen und wie diese gegebenenfalls reduziert werden können. So besteht auch die Hoffnung dem Arbeitskräftemangel bei Handwerksberufen und im Gesundheitsbereich entgegen zu wirken. Daneben kann auch untersucht werden, welche nicht-monetäre Anreize helfen, Bewerber für diese Berufe zu finden.


Entsprechende Forschungsfragen im Bereich der Berufswahl und der beruflichen Bildung sollten Ansätze entwickeln, die auf eine nachhaltige Deckung des Fachkräftebedarfs zielen. Diese Ansätze stellen die Voraussetzung für die Entwicklung wirksamer Instrumente dar. Zu verorten sind diese Forschungsbemühungen in vier Bereichen: erstens bei der Förderung individueller Berufsinteressen (z. B. für MINT- oder IT-Themen, Handwerk, etc.), zweitens bei
Maßnahmen der Berufsorientierung, drittens bei beruflichen Aufstiegsqualifizierungen und viertens bei der Anpassung von Ausbildungsberufen, Studiengängen und -inhalten, die aus Änderungen von Anforderungen in den Berufsbildern resultieren. 
Insgesamt sollte das Augenmerk dabei nicht nur auf der Wirksamkeit von Maßnahmen zur Förderung individueller und berufsbezogener Interessen liegen, sondern auch die Bedarfe am Arbeitsmarkt berücksichtigen.

  • Ist Deutschland im starken Maße von Korruption/Lobbyismus betroffen? 24139
  • Wie kann es gelingen, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren? Sollte es vielleicht eine verpflichtende Elternzeit für Väter geben? 13240
  • Wie schaffen wir es Pflegepersonal, Krankenschwestern, Ärzte eine gute Bezahlung zu gewährleisten, diese Arbeit wieder attraktiv werden zu lassen? 32200
  • Welche Berufe sterben langsam aus? 23381
  • Warum werden manche Berufe mehr bezahlt als andere? 28952
  • Wie kann gegen greenwashing vorgegangen werden? 23893
  • Wie wär die Umstellung von der 40-Stunden Woche auf eine 30-Stunden Woche in (fast) allen Arbeitsbereichen möglich? 13902
  • Wieso wird es Immgranten und Geflüchteten so schwer gemacht eine Erwerbstätigkeit in Deutschland durchzuführen? 28101
  • Was sind die sozialen Folgen des Wandels der Arbeit im 20. und 21. Jahrhundert? 32207
  • Könnte sich Deutschland allein durch seine Anbauflächen 'selbst' ernähren? 32387

Autor*innen:

Benedikt Sonnleitner

Mitwirkende:

Prof. Dr. Stefanie Molthagen-Schnöring
Monika Buchenscheit
Werner Groth
Marek Langer
Samuel Rehberger
Dr. Miriam Schwentker


Kommentare

ist eine Frage

Grundrecht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen?

26.06.2022 10:42 gabriele.wickenhaeuser ist eine Frage

 Gäbe es im Rechtsstaat Deutschland ein Grundrecht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen (statt ALG II), dann würde sich die derzeit multikulturelle Gesellschaft in Berechtigte und Unberechtigte spalten. Alle Ausländer*innen bekämen in Deutschland kein Arbeitslosengeld II mehr, denn Grundrechte sind an die deutsche Staatsbürgerschaft juristisch "gekoppelt".

0 0 Unterstützungen 0 Ablehnungen

ist eine allgemeine Anmerkung

Verständnis von Arbeit ist ausbaufähig

28.06.2022 17:53 vivienne.vnt ist eine allgemeine Anmerkung

Definitiv braucht es ein neues Verständnis von Arbeit, das zeigen nicht nur die hohen Zahlen psychischer Erkrankungen, die aus zu hoher Arbeitslast resultieren. In diesem Zusammenhang sollte ebenfalls die Frage gestellt werden, wie Deutschland psychische Erkrankungen im Zusammenhang mit Arbeit enttabuisieren und ein allgemeines Verständnis bzw. Bewusstsein ausbauen kann und muss.

Zentral ist ebenfalls meiner Meinung nach die Frage nach der Gleichberechtigung der Geschlechter. Hier ist der Ansatz mit einer verpflichtenden Elternzeit für Väter sehr interessant, da Frauen häufig nicht eingestellt werden, da sie möglicherweise schwanger werden und dadurch mehrere Monate ausfallen könnten.

Ebenfalls sollte der Fokus auf der Frage liegen, wie Menschen mit Migrationshintergrund und fachlicher Expertise einfacher in die Arbeitswelt einbezogen werden können.

1 0 Unterstützungen 0 Ablehnungen

Das Verständnis von Arbeit ist eine der zentralen Zukunftsfragen

06.07.2022 18:57 BenediktSteinruck

 Soll  "Arbeit" neu gedacht werden, um Klimawandel, Digitalisierung,  Ressourcenschutz, konkret ethisch-technologischen Fragen (z.B. Pflege-Roboter) etc. Rechnung zu tragen, befördert dies einen Wertewandel, einen Wandel der Wirtschaft sowie einen Wandel im Denkgebäude der aktuellen Gesellschaft.

Die Definition von Arbeit betrifft das Selbstverständnis der gesellschaftlichen Akteure.

Das Bedingungslose Grundeinkommen, das bereits als unumgänglich diskutiert wird, ist dabei ein Verkehrknotenpunkt verschiedener Meinungen und Interessen und wirft somit die Frage auf, ob eine Verständnisänderung von "Arbeit" in den systemischen Grenzen eines konsumgeprägten Wirtschaftssystems umsetzbar ist.

Ein gesellschaftlicher Dialog über alle Fachbereiche hinweg, in der Wirtschaftlichkeit (Fachkräftesicherung) ebenso berücksichtigt werden muss, wie philosophisch, ethische, psychologische, umweltpolitische Denkansätze, sollten Fundament dieses gewaltigen Umstrukturierungsprozesses sein.

 

0 0 Unterstützungen 0 Ablehnungen

ist eine allgemeine Anmerkung

Bitte gendern! Meinungsaussagen vermeiden

06.07.2022 19:00 Vili ist eine allgemeine Anmerkung

Bitte Gendern!!

Empfinde den letzten Satz als Meinungsaussage. Ggf. neutraler formulieren, Alle Beteiligten müssen berücksichtigt werden oder ähnliches. Mit der Formulierung "nicht nur" wird suggeriert, dass im Moment ArbeitnehmerInnen und deren individullen Interessen im Vordergrund stehen. Das ist nicht der Fall. Orientierung am Menschen empfinde ich als zielführend, nicht daran:wie kann der Mernsch dem System der Wirtschaft und dem Kapitalismus dienen.

0 0 Unterstützungen 0 Ablehnungen