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5.4: Wie können geschlechterspezifische Unterschiede in medizinischer Forschung und Versorgung besser berücksichtigt werden?

12.06.2022 13:52 5. Gesundes Leben | Medizin | Pflege Autor*innen und Mitwirkende

Warum werden Medikamente vornehmlich für Männer entwickelt? Warum findet die Gesundheit von Frauen so wenig Beachtung? Welche Auswirkungen auf die Gesundheit hat die Einnahme von Geschlechtshormonen? Warum werden Frauen im Durchschnitt älter als Männer?

Geschlechterspezifischen Unterschieden wird bei der Erforschung, Prävention und Behandlung von Krankheiten bislang zu wenig Beachtung geschenkt: Noch immer wird der männliche Körper als Maßstab verwendet, z.B. in der Medikamentenentwicklung und -therapie.  Warum das so ist und was dagegen getan werden kann, wird im Cluster thematisiert. In diesem Zusammenhang werden auch Fragen zu den Auswirkungen der Einnahme von Geschlechtshormonen auf die Behandlung von Krankheiten gestellt, z.B. zur Verhütung oder im Rahmen einer Hormonbehandlung bei Transpersonen. Auch wird nach Gründen für die niedrigere Lebenserwartung von Männern gefragt.


Um der biologischen und soziokulturellen Vielfalt in der Bevölkerung gerecht zu werden und eine qualitativ hochwertige und effektive Versorgung zu gewährleisten, bedarf es geschlechter- und diversitätssensible Ansätze in Medizin und Pflege. Dafür muss zum einen verstärkt Forschung gefördert werden, die sich explizit mit geschlechtsspezifischen Unterschieden beschäftigt (die sogenannte „Gendermedizin“), z.B. in Grundlagenforschung zum Immunsystem. Zum anderen muss die geschlechtersensible Medizin in alle Forschungsvorhaben integriert werden, denn nur so ist eine echte personalisierte Medizin möglich.
Auch die Förderung der individuellen Gesundheitskompetenz durch eine in einfache Sprache übersetzte Wissenschaftskommunikation ist eine wichtige Aufgabe. Um eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung sicherzustellen, müssen genderspezifische Erkenntnisse in eine individuelle, auf das Geschlecht des Menschen bezogene medizinische und pflegerische Behandlung einfließen.

  • Wie unterscheidet sich der Herzenfakt, wenn z. B. Transpersonen oder andere Personen der LGBTIQ community das gegensätzliche Hormon vom biologischen Körper zu sich nimmt? Bzw. inter Personen? 15293
  • Warum wird die weibliche Gesundheit in der Wissenschaft weniger gefördert als die der Männer? 15959
  • Werden Fraun in der Medizin vernächlässigt? 13611
  • Warum leben Frauen länger als Männer? 23373
  • Warum gibt es keine Pille zur Verhütung für den Mann? 25044
  • Wie verändert sich die medizinische Forschung wenn mehr auf Geschlechterunterschiede geachtet wird? 15784
  • Wann wird mehr Geld in geschlechterspezifische Forschung investiert? Es müssten viele Studien vornehmlich mit Frauen wiederholt werden, da viele Erkankungen und Medikamente bei ihnen stark verändert zum Ausdruck kommen. 12789
  • Wieso werden Medikamente in der Medizin oft nicht an den weiblichen Körper angepasst und getestet? 19119

Autor*innen:

Marlene Klemm
Dr. Tanja Bratan
Prof. Dr. Lars U. Jänchen

Mitwirkende:

Jens Donner
Claudia Hohmann
Andrea Matzke
Jutta Reichenbach
Oliver Rost


Kommentare

ist eine allgemeine Anmerkung

Rollenstereotype

25.06.2022 14:36 gabriele.wickenhaeuser ist eine allgemeine Anmerkung

 Die heutige geschlechterspezifische Berufsausübung in der Medizin ist immer noch eine Folge bzw. Auswirkung des jahrhundertelangen Studierverbots für Frauen an den europäischen Universitäten. Erst im 20. Jahrhundert wurden Frauen zum Medizinstudium zugelassen.

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ist eine inhaltliche Ergänzung

Gendermedizin von der Lehre ignoriert

01.07.2022 17:12 Marie_1 ist eine inhaltliche Ergänzung

Nur bei 7,4% der deutschen Medizinuniversitäten ist Geschlechtersensible Medizin fest im Curriculum intergriert (22,2% bieten zahlreiche und 70,4% einzelne Lehrveranstaltungen an). Dadurch fehlt schon bei den Studierenden ein Bewusstsein über den Einfluss des Geschlechts, das notwendig ist, um überhaupt die Dringlichkeit zu erkennen, dazu zu forschen.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/218109/Geschlechtersensibilitaet-Noch-ein-weiter-Weg

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