Wissenschaftsjahr 2022 Online-Konsultation
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5.7: Wie sichern wir psychisches Wohlbefinden in einer sich wandelnden Welt und för-dern soziales und umweltfreundliches Verhalten?

12.06.2022 13:56 5. Gesundes Leben | Medizin | Pflege Autor*innen und Mitwirkende

Welche Ursachen haben psychische Erkrankungen? Welche Rolle spielen Stress, individuelle Veranlagung und die Veränderung der Umwelt? Wie können zeitgemäße Therapien ausse-hen? Und wie kann die Gesellschaft sich gegen psychische Belastungen stärker wappnen?

Die Fragen der Bürger*innen suchen nach Antworten zu Faktoren, die Verhalten und Erleben negativ (z.B. Stress, Medien, Gesellschaft) oder positiv beeinflussen (z.B. Bildung für umwelt-freundliches und gemeinwohlorientiertes Verhalten). Es wurde allgemein nach dem Zusam-menwirken von Körper und Geist (z.B. Darm und Gefühle), der Entwicklung der Persönlich-keit (Intelligenz) und der psychischen Veränderung in den verschiedenen Lebensabschnitten gefragt. Die Bürger*innen möchten hier die zugrundeliegenden Ursachen, aber auch die zugrundeliegenden Mechanismen verstehen. Ein großer Teil der Fragen betraf psychische Störungen (z.B. Depression, Angst und Schlafprobleme) und ihre biologischen Grundlagen. Es wurde nach Auslösern gefragt beispielsweise der individuellen Veranlagung aber auch Wi-derstandsfähigkeit, Epigenetik und Krankheitserregern, nach Heilungschancen und neuen Ansätzen für die Psychotherapie wie Künstliche Intelligenz. Ein Teil der Fragen verdeutlicht den Wunsch, die Gesellschaft vorbeugend gegen die Anfälligkeit für psychische Störungen zu stärken. Den Wunsch, den gesellschaftlichen Druck auf junge Menschen zu verringern und sie für Herausforderungen im Leben (beispielweise Elternschaft) besser vorzubereiten. 


Die Fragen zeigen einen zunehmenden Fokus auf psychische Aspekte von Gesundheit. Neben der Gesellschaft verändert sich auch unsere Umwelt immer schneller. Es gibt neue Medien, Künstliche Intelligenz, Klimawandel und vieles mehr. Das bringt neue Belastungen mit sich, die wir präventiv abfangen möchten. Die Herausforderungen unterscheiden sich dabei im Laufe der individuellen Lebensspanne. Hier können neue Forschungsfelder ansetzen, die psy-chisches Wohlbefinden und soziales sowie umweltfreundliches Verhalten fördern. Auch die Entwicklung neuer methodischer und technologischer Ansätze für die Psychotherapie kann unsere Gesellschaft für den Wandel stärken. Zugängliches Wissen für Alle spielt für psychi-sche Gesundheit eine zentrale Rolle. Dies kann beispielsweise durch Open Science Formate und eine Verbesserung der Wissenschaftskommunikation gefördert werden.

  • Wie verändert man das Anspruch- und besitzverhalten der Menschheit, um sozial- und umweltverträglich unsere Zukunft zu gestalten? 32106
  • Welche Folgen hat zu viel Stress auf Körper und Psyche? 14604
  • Wie kann der Druck auf junge Menschen verringert werden, um seelische Schäden und Erkrankungen auf längere Sicht zu verringern und das Leben lebenswerter zu machen? 27883
  • Wie entstehen Gefühle? Und wozu dienen sie? 31178
  • Wird die künstliche Intelligenz jemals bei psychischen Problemen eingesetzt werden können? Wie weit ist die Forschung? 13687
  • Was zählt als Droge und ab wann ist man süchtig 14086
  • Beeinflusst die Mediennutzung die Gesundheit der Menschen nachhaltig negativ? 14348
  • Warum sind Kinder manchmal hyperaktiv? 27269
  • Wie könnte eine Grundausbildung für fürsorgliche Eltern aussehen? 21579
  • Wie wichtig ist Psychosomatik in der schulischen Medizin? 21489
  • Warum ist Ruhe so ein rares Gut geworden? 20826

Autor*innen:

Martin Grund

Mitwirkende:

Jens Donner
Claudia Hohmann
Andrea Matzke
Jutta Reichenbach
Oliver Rost


Kommentare

ist eine allgemeine Anmerkung

Hunde helfen

16.06.2022 13:53 BVBH ist eine allgemeine Anmerkung

Menschen und Hunde leben seit vielen tausend Jahren zusammen. 

Beim Streicheln von Hunden wird im Körper des Menschen und des Hundes das Bindungshormon Oxytocin freigesetzt. Das Peptidhormon senkt dabei linear die im Blut vorhandenen Stresshormone.

Quelle: Dr. Linda Handlin et al, Epsilon, 2010: Human-Human and Human-Animal Interaction

Diese natürliche Reaktion führt zu einer Minderung von persönlich empfundenen Stress und Angst, macht Mensch und Hund durch die ebenfalls stattfindende Anregung des Hormons Dopamin glücklicher und kann somit einer psychischen Belastung / Erkrankung vorbeugen.

 

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Kann es Kultur auf Rezept geben?

23.06.2022 15:32 kreativ ist eine Frage

Kann es Kultur auf Rezept geben? Die Beschäftigung mit Kunst und Kultur erweitert den Horizont, macht toleranter, resilient, gesund und glücklich, spart Kosten im Gesundheitswesen und im beruflichen Umfeld (Selbstwirksamkeit!) Künstlerisch-kreative Aktivitäten (sprechen, schreiben, präsentieren, singen, musizieren, sich bewegen, Rollen einnehmen, Prozesse gedanklich und körperlich durchspielen) wirken nachweislich förderlich auf unsere Gesundheit und machen ausgeglichen und zufrieden. Der kulturelle Austausch in sozialer Gemeinschaft wirkt sich positiv auf das allgemeine Wohlebefinden aus. Nationale und internationale Studien haben dies bereits evidenzbasiert bewiesen (z. B. Singen im Chor). Wie können wir diese Erkenntnisse nutzen? Kultur auf Rezept stärkt die Resilienz und unterstützt das psychisches Wohlbefinden (ergänzend, ohne die Schulmedizin zu ersetzen oder in Konkurrenz zu treten).

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Interessanter Ansatz

28.06.2022 19:07 vivienne.vnt

Interessanter Ansatz und sollte ergänzend zur modernen Medizin in die Überlegungen und Therapien einbezogen werden.

Gibt es hierzu bereits fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse? Gibt es nachweislich neurobiologische Effekte?

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