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5.9: Wie können wir uns in Zukunft besser vor Pandemien und ihren Folgen schützen?

12.06.2022 14:00 5. Gesundes Leben | Medizin | Pflege Autor*innen und Mitwirkende

Welche Ursachen hat Long COVID? Und welche Behandlung von Long/Post-COVID gibt es? Wie kann die Gesellschaft sich vor neuen Pandemien schützen? Was lernen wir aus der aktuellen Pandemie? Und was bedeutet das für Kinder und Jugendliche?

Themen dieses Clusters sind erstens die direkten langfristigen gesundheitlichen Folgen der Pandemie, und zweitens der allgemeine Umgang mit einer neuen Infektionskrankheit als Vorbereitung auf die nächste Pandemie.
Im ersten Themenbereich interessiert die Bürger*innen die Ursachen langwieriger, mit viralen Infektionen assoziierten, Krankheiten wie Multiple Sklerose, ME/CSF, Long/Post-COVID. Sie wollen wissen, welche Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten denkbar sind, und ob diese bereits zur Verfügung stehen oder noch entwickelt werden. Weiterhin erkundigen sie sich nach den Strukturen für die Behandlung von Betroffenen, damit diese optimal versorgt werden können und dieser gesellschaftlichen Herausforderung angemessen begegnet werden kann.
In dem zweiten Themenbereich werfen die Bürger*innen Fragen zu den Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche auf. Sie fragen, ob innovative Impfstoffe, die noch besser und sicherer sind, entwickelt werden, wie wir lernen, mit einem neuen Atemwegserreger (SARS-CoV-2) zu leben, und wie wir uns auf neue Pandemien besser vorbereiten können.


Die Ursachen von Long COVID und anderen langwierigen, mit viralen Infektionen-assoziierten Erkrankungen sind derzeit nur unzureichend erforscht. Diskutiert werden: Virusinfektionen (Herpesviren, Sars-CoV-2), Autoimmunreaktionen, andauernde Entzündung, genetische Faktoren, Risikofaktoren und Vorerkrankungen. Um erfolgreich Therapien zu entwickeln oder diesen Krankheiten vorzubeugen, müssen die Ursachen erforscht werden. 

Bisher stehen keine spezifischen Biomarker zur Verfügung, daher ist eine aufwändige und teure Differenzialdiagnostik erforderlich. Wirksame ursächliche Therapieansätze fehlen bislang, weshalb die Behandlung nur symptomorientiert erfolgt. Es besteht dringender Bedarf an verbesserter Diagnostik (Identifikation von Biomarkern) und der klinischen Forschung zu Behandlungsoptionen.
Die Ausweitung der Förderung der klinischen und transnationalen Forschung, der Grundlagenforschung und der Versorgungsforschung zu Post-COVID sowie deren Koordination, Harmonisierung und Vernetzung ist ein wichtiges Zukunftsthema.

Es besteht ein dringender Bedarf, flächendeckende, intersektorale und interdisziplinäre Versorgungsstrukturen für Betroffene aller Altersgruppen zu etablieren. Wichtig hierbei ist die enge Verzahnung ambulanter und klinischer Versorgungsstrukturen mit gemeinsamen Qualitätskriterien in der Behandlung von Long/Post-COVID Betroffenen. Gesellschaftliche Akzeptanz ist ebenfalls essentiell, dazu gehört die Aufklärung aller Beteiligten.

Impfstoffentwicklung ist weiterhin ein dringendes Forschungsthema. Die Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Jugendliche ist bereits relativ gut erforscht, jedoch gilt es hier Strukturen zu schaffen, die eine Wiederholung der Fehler der Vergangenheit verhindern (Lufthygiene, Digitalisierung). Zentrales Aspekt zum Thema Pandemiemanagement sind: Schnelligkeit (Entwicklung Therapien, Impfung) und Kommunikation sowie Aufklärung.

  • Was hängt der Ebstein-Barr-Virus (EBV) mit der Entstehung von Autoimmunkrankheiten wie MS, ME/CFS (Multiple Sklerose, Myalgische Enzephalomyelitis / Chronische Fatigue-Syndrom) oder Long Covid zusammen? 12973
  • Warum entwickeln einige an Covid-19 erkrankte Long Covid und andere nicht? 13949
  • wann gibt es eine therapie gegen chronisches müdigkeitssyndrom 15268
  • Wie lauten die Biomarker zur Diagnose chronischer post-viraler Erkrankungen wie Long-COVID und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom)? 12334
  • Wie können Long Covid-Patienten langfristig finanziell und medizinisch unterstützt werden? 12544
  • Wie kann die ambulante Versorgung von Me/cfs (Myalgische Enzephalomyelitis/das Chronische Fatigue-Syndrom) und Longcovid Betroffenen konkret verbessert werden? 12389
  • Welche Auswirkungen hat die Corona Pandemie auf den geistigen Zustand von Kindern? 21645
  • Gibt es bald eine "Superimpfung" für Corona? 26435
  • Wie kann man verhindern, dass eine neue Pandemie entsteht? 24011
  • Wann hört Corona auf? 31627

Autor*innen:

Prof. Dr. rer. nat. Melanie M. Brinkmann

Mitwirkende:

Jens Donner
Claudia Hohmann
Andrea Matzke
Jutta Reichenbach
Oliver Rost


Kommentare

ist eine Frage

LongCovid/PostCovid mit PEM = ME/CFS

18.06.2022 09:43 Ichmaria87 ist eine Frage

Warum wird noch immer nicht (bzw. selten) in der öffentlichen Diskussion darauf hingewiesen, dass die LongCovid-/PostCovid-Untergruppe, die die Kanadischen Kriterien erfüllen, ME/CFS haben. D.h. ein Teil der Covid Langzeitgeschädigten = ME/CFS.

Zu ME/CFS gibt es weitweit Leitlinien (bspw. NICE) und Forschung auf die zurückgegriffen werden kann. Hier muss man nicht bei 0 anfangen.

Außerdem wird durch die Trennung von LongCovid und ME/CFS erreicht, dass jene, die "nur" ME/CFS diagnostiziert bekommen haben, die LongCovid Behandlungen verwehrt werden.

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ist eine Frage

Warum wurde ME/CFS kein eigenes Cluster gewidmet?

18.06.2022 18:41 Birgit.S ist eine Frage

Obwohl sehr viele Fragen zu ME/CFS eingereicht wurden, hat diese schwere Erkrankung kein eigenes Clusterpapier bekommen, trotz interessanter Fragestellungen und hohen Bewertungen. Meiner Meinung nach ist die Prävention von Pandemien nur ein kleiner Teilbereich.

Sollen die bereits Betroffenen weiter Jahrzehnte lang bis zu ihrem Tod vor sich hin siechen? 

Für Wissenschaftler:innen gibt es genug interessante zu entschlüsselde Fragestellung wie die mitochondrionale Dysfunktion und die Mechenismen hinter PENE (post exertional neuroimmune exhaustion).

 

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Einordnung ME/CFS

23.06.2022 12:55 lea.runge

Ich finde es auch schade, dass ME/CFS jetzt unter dem Hauptthema Pandmie eingeordnet wurde, wenn man bedenkt, dass es die Krankheit schon lange vor der Pandemie gab und noch lange danach geben wird. 

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ist eine allgemeine Anmerkung

Wie lange müssen wir uns noch quälen? Wann werden wir endlich erlöst?

23.06.2022 12:40 lea.runge ist eine allgemeine Anmerkung

Ca. 300.000 Betroffene (durch Corona nochmal 100.000 mehr) in D. warten auf eine Behandlung. Die Erkrankten vegeterieren seit Jahrzehnten zu Hause vor sich hin, ohne jegliche medizinische Versorgung. Die Krankheit ist weder im Gesundheits- noch im Sozialsystem anerkannt. Die Betroffenen fallen durch alle Raster. Sie sind nicht nur schwer krank und arbeitsunfähig, sondern auch von Armut, Isolation und Einsamkeit betroffen. Und der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm.

Fehlende Forschung und Anerkennung bedeuten: Es ist keine genaue Prävalenz bekannt, niemand versteht bisher die Mechanismen der Krankheit, es sind noch keine Biomarker bekannt, es gibt keine Fachärzte, keine hausärztliche Versorgung, keine Reha, keine Medikamente, keine medizinischen Hilfsmittel, keinen Pflege- und Behindertengrad, keine Erwerbsminderungsrente, keine Altersvorsorge. 

Jeden Tag allerschlimmste Symptome und keiner hilft uns - für uns ist es wie Folter. Keinen Tag länger!

Wir brauchen Forschung - sofort!

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Am Leben Teilnehmen

27.06.2022 23:20 Me2018

 Ich möchte wieder Arbeiten und am Leben teilnehmen, wir Betroffene brauchen Hilfe!

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ist eine Frage

Warum werden die Studien für BC007 für ME/CFS ausgeschlossen?

27.06.2022 22:28 Melly82 ist eine Frage

Warum gibt es zum jetzigen Stand keine eigenständige Studien von BC007 für ME/CFS?

Es wurden Spendengelder gesammelt. Wofür?

Wofür werden diese verwendet, wenn keine Studien für ME/CFS zustande kommen?

Vor einer Pandemie kann man nur mit den richtigen Medikamenten geschützt sein. Es müssen schwer erkrankten Menschen nach einer Infektion Medikamente zur Verfügung gestellt werden.

Eine Impfung kann nie zu 100% schützen. Somit müssen Medikamente erforscht werden. 

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